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Therapiemöglichkeit der Fettstoffwechselstörung

Wie viele andere Erkrankungen wird auch die Fettstoffwechselstörung in einem Stufenschema behandelt. Dabei versucht man zunächst, mit einfachen Mitteln die Fettstoffwechselstörung in den Griff zu bekommen. Wenn sich allerdings mit der jeweiligen Therapie keine Besserung einleiten lässt, wird Ihr Arzt die nächste, intensivere Therapiestufe einleiten.



Die 1. Stufe:

In vielen Fällen kann der Cholesterinspiegel schon durch eine Änderung des Lebensstils abgesenkt werden. Eine gesunde Lebensweise als Behandlungsbasis kann also bei vielen Patienten die Fettstoffwechselstörung verbessern. Dazu gehören eine gesunde Ernährung sowie ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Nikotin. Als Patient sollten Sie ihren Lebensstil dementsprechend umstellen und ein normales Körpergewicht anstreben. Gehören Sie zu den Patienten mit einer familiären Hypercholesterinämie, ist eine Änderung des Lebensstils als unterstützende Massnahme in jedem Fall sinnvoll. In der Regel sind jedoch auch weitere Massnahmen nötig.

Die 2. Stufe:

Zwar haben Sie Ihren Lebensstil umgestellt, doch das gewünschte Therapieziel wurde trotzdem noch nicht erreicht. Daher beginnt Ihr Arzt zusätzlich mit einer medikamentösen Therapie. Dabei wählt er aus verschiedenen Cholesterinsenkenden Medikamenten dasjenige aus, das am besten für Sie als Patient geeignet ist. Und zwar hinsichtlich Wirkung, möglicher Nebenwirkungen und Wechselwirkung.

Die 3. Stufe

Wenn ein Medikament alleine nicht ausreicht, um den Therapiezielwert zu erreichen, können verschiedene Medikamente miteinander kombiniert werden. Dank solcher Kombinationstherapien können viele Patienten mit einer heterozygoten familiären Hypercholesterinämie medikamentös behandelt werden. Bei einingen wenigen Patienten kann der Zielwert für das LDL - Cholesterin oder das Lipoprotein (a) allerdings nicht erreicht werden. Und dies trotz maximaler medikamentöser Therapie. Für diese Patienten besteht die Möglichkeit, sich einer Lipidapherese zu unterziehen.

Die 4. Stufe:

Bei der Lipidapherese wird Ihr Blut ausserhalb des Körpers vom LDL - Cholesterin und von anderen Fetten gereinigt und Ihnen anschliessend zurückgegeben. Für Patienten mit einer homozygoten familiären Hypercholesterinämie ist eine Therapie mit einer Lipidapherese immer notwendig. Aber auch bei Patienten mit einer heterozygoten familiären Hypercholesterinämie ist eine Lipidapherese möglich. Und zwar dann, wenn die medikamentöse Therapie zusammen mit der Umstellung des Lebensstils nicht ausreicht, um den Zielwert für das LDL - Cholesterin oder das Lipoprotein (a) zu erreichen.



Das Wort „Apherese“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „wegnehmen“ oder „entfernen“. Daher bezeichnet man die verschiedenen Lipidapherese - Verfahren umgangssprachlich auch als „Fettwäsche“. Inzwischen wendet man diese Therapie seit über 20 Jahren an, um das Blut von bestimmten Lipiden beziehungsweise Lipoproteinen zu reinigen. Dabei wird maschinell in ca. 80 bis 120 Minuten das Blut durch mehrere Filter von den Fetten befreit. Da die Konzentration der Lipide nach einer bestimmten Zeit wieder ansteigt, muss die Lipidapherese in regelmässigen Abständen wiederholt werden. Bei den meisten Patienten genügt eine Behandlung pro Woche, um die vom Arzt empfohlenen Zielwerte für die LDL - oder Lipoprotein (a) - Konzentration im Blut zu erreichen.

Unser Zentrum verfügt über alle gängigen Lipidapherese - Verfahren. Wir können daher, sehr individuell, für unsere Patienten ein optimales Therapieschema erstellen und damit die Therapie unserer Patienten optimieren.